Kamin ABC

Wo liegt der Unterschied zwischen einem Kachelofen und einem Kaminofen und wie funktionieren die verschiedenen Techniken? Hier finden Sie Antworten.

Die wichtigsten Begriffe kurz und knapp erklärt. 

Grundofen

Der Grundofen ist ein handwerklich gebauter Kachelofen mit einem Feuerraum aus Schamottsteinen. Es ist ein reiner Strahlungsofen. Die Wärme wird über die Oberfläche abgegeben. Es gibt fast keine Konvektion. Auf Grund der hohen Masse des Ofens hat der Grundofen eine sehr hohe Speicherfähigkeit. Wenn der Ofen 2-3 mal am Tag beheizt wird, reicht das für eine konstante Wärmeabgabe von 24h. Der Wirkungsgrad ist sehr hoch.

Heizkamin

Das Herz des Kamins besteht aus einem Kamineinsatz der ummauert und verputzt wird. Er kann wahlweise mit Keramik, Marmor oder Granit verkleidet werden. Die Sichtscheibe ist sehr groß. Die Wärmeabgabe erfolgt über Konvektions- und Strahlungswärme. Das Verhältnis ist abhängig vom Kamineinsatz und der Bauweise des Kamins. Man kann ihn als Warmluft- oder Speicherkamin bauen. Die Speicherfähigkeit ist jedoch geringer als beim Kachelofen. Der Kamin kann individuell gefertigt oder als Bausatz aufgebaut werden.

Kachelofen-Warmluftheizung/

Kombi Kachelofen

In dieser Variante hat der Kachelofen einen Heizeinsatz der luftumspült ist. Die Nachheizfläche besteht idealerweise aus einem Zugsystem mit Schamottsteinen. Die Wärmeabgabe erfolgt als Konvektions- und Strahlungswärme. Die Speicherkapazität ist geringer als beim Grundofen. Die Wärmeabgabe geht jedoch schneller vonstatten und es können auch anliegende Räume mit der Konvektionswärme erwärmt werden.

Kaminofen

Der Kaminofen ist ein transportabler, industriell gefertigter Ofen. Es gibt ihn mit Stahl-, Speckstein-, Keramik- oder Sandsteinverkleidung. Der Wirkungsgrad liegt bei ca. 80 %. Die Wärmeabgabe erfolgt als Konvektions- und Strahlungswärme. Die Speicherfähigkeit ist niedriger als beim Kachelofen. Jedoch gibt es inzwischen auch Speicherelemente für einige Kaminöfen.

Offener Kamin

Der offene Kamin besteht aus einem handwerklich erstellten Feuerraum, der keine Scheibe hat. Der Wirkungsgrad ist äußerst niedrig. In einem offenen Kamin kann man allenfalls ein „Spaßfeuer“ machen. Er ist nicht zum Heizen gedacht. Er darf laut Verordnung nur gelegentlich betrieben werden. Er lässt sich jedoch mit einer Heizkassette nachrüsten, um einen vielfachen Wirkungsgrad zu erreichen.

Warmwassertechnik

Die Warmwassertechnik ist bei folgenden Heizformen möglich: Grundofen, Kachelofen-Warmluftheizung, Heizkamin und Kaminofen. Bei der Warmwassertechnik wird der Ofen oder Kamin an die Zentralheizung mittels eines Pufferspeichers angeschlossen. Die erzeugte Wärme wird so im ganzen Haus verteilt und es ist sogar möglich das Brauchwasser für die Dusche/Badewanne zu erwärmen.

Gaskamin

Der Aufbau ist identisch mit dem Heizkamin, jedoch wird der Kamineinsatz mit Erdgas anstatt Holz betrieben. Die Bedienung erfolgt über eine Fernbedienung. Die Bedienung ist sehr komfortabel. Es fällt keine Asche an und die Scheibe muss nicht geputzt werden. Die Gaskamine werden raumluftunabhängig mit einem konzentrischen Abgasrohr angeschlossen.

Unterdruckwächter

Alternativ zu einem raumluftunabhängig zertifizierten Kaminofen ist auch die Installation eines Unterdruckwächters möglich um die Gefahren, die von einer mechanischen Belüftungsanlage ausgehen, zu neutralisieren. Der Unterdruckwächter wird über einen Temperatursensor im Rauchrohr aktiviert. Ist der Kamin angezündet worden, misst er den Unterdruck im Aufstellraum und vergleicht ihn mit dem Unterdruck im Rauchrohr und ermittelt den Differenzdruck. Ist dieser kritisch, wird die Belüftungsanlage ausgeschaltet. Der Kamin funktioniert dann gefahrlos und einwandfrei.

Raumluftunabhängig zertifizerte Kaminöfen

Immer mehr Häuser verfügen über eine kontrollierte Wohnraumbelüftung, die einen gefährlichen Unterdruck erzeugen kann und somit Lösungen für die Installation eines Kaminofens erforderlich macht. Eine Möglichkeit ist die Installation eines raumluftunabhängigen Kaminofens. Dieser ist auf besondere Dichtigkeit geprüft worden und besitzt eine selbstverriegelnde Tür. Ganz wichtig ist die DIBt-Zulassung beim Deutschen Institut für Bautechnik mit einer Zertifizierungsnummer. Nur so ein Ofen darf in Zusammenhang mit einer Belüftungsanlage angeschlossen werden.

Die wichtigsten Fragen rund um den Kaminofenkauf

Probleme mit schwarzen Scheiben, Rauchgeruch im Wohnzimmer, Qualm im Feuerraum oder Schwierigkeiten das Holz anzuzünden, liegen oft an der Bedienung. Hier einige Tipps:

  • Nur trockenes Holz mit einer Restfeuchte unter 20% verwenden. Frisch geschlagenes Holz muss mindestens 2 Jahre abgelagert werden. Bei der Lagerung sollte das Holz keinen Kontakt zum Boden haben (Paletten etc. benutzen). Der Lagerort sollte luftig, trocken und sonnig sein. Von oben das Holz gegen Regen schützen.
     

  • Beim Aufheizen alle Luftöffner des Ofens auf Stellung „Auf“. Hierzu unbedingt die Bedienungsanleitung des Herstellers beachten. Die ersten 5-10 Minuten kann man die Tür des Ofens angelehnt lassen, um das Feuer in Gang zu bringen.
     

  • Hat der Ofen ein Drosselrohr auf die Stellung des Griffs achten. Der Hebel muss in Flussrichtung des Rohres stehen.
     

  • Zum Anzünden Anmachholz (Tanne oder Fichte) und Kaminanzünder verwenden. Kein Zeitungspapier nehmen (Druckerschwärze). 2-3 (kleine bis mittlere) Holzscheite luftdurchlässig stapeln. Darauf die Anzünder platzieren. Oben darauf auch luftdurchlässig das Anmachholz legen. Dann anzünden. Es ist wichtig schnell eine hohe Temperatur im Feuerraum zu erreichen.
     

  • Beim Nachlegen grundsätzlich warten bis das Holz soweit runtergebrannt ist, dass nur noch Glut vorhanden ist. Ansonsten entweicht Rauch und es entsteht eine Geruchsbelästigung. Beim Nachlegen die Tür langsam öffnen (Sogeffekt).
     

  • Kein behandeltes Holz, Zeitschriften, Hausmüll u.ä. verfeuern.
     

  • Auf die richtige Holzmenge achten, bei einer zu geringen Holzmenge wird die Scheibe schwarz. Auch hierzu die Bedienungsanleitung beachten.
     

  • Nur im Fachhandel beim Ofenbauer kaufen. Nur er hat die Kompetenz die örtlichen Gegebenheiten zu beurteilen und eine fachgerechte Ausführung durchzuführen. Es ist die Feuersicherheit zu überprüfen und es muss sichergestellt werden, dass keine gefährlichen Gase in den Wohnraum entweichen.